Parallelismus


Parallelismus

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Par|al|le|lịs|mus 〈m.; -, -lịs|men〉
1. Übereinstimmung (von Dingen, Vorgängen)
2. gleichmäßiger Bau (von Satzgliedern od. Sätzen)
[neulat., zu parallel „gleichlaufend, vergleichbar“]
Die Buchstabenfolge par|al|l... kann in Fremdwörtern auch pa|ral|l... getrennt werden.

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Pa|r|al|le|lịs|mus, der; -, …men:
1. Übereinstimmung, gleichartige Beschaffenheit, genaue Entsprechung.
2. (Sprachwiss., Stilkunde) semantisch-syntaktisch gleichmäßiger Bau von Satzgliedern, Sätzen, Satzfolgen.

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Parallelịsmus
 
der, -/...men,  
 1) Psychologie: 1) psychophysischer Parallelismus, Bezeichnung für die Hypothese, dass zwischen der (physiologischen) Tätigkeit des Gehirns und dem verstandesmäßigen (kognitiven) Geschehen eine Beziehung bestehe, die als parallel (ohne gegenseitiges Kausalverhältnis) anzusehen sei (Leib-Seele-Problem); 2) psychoneuraler Parallelismus, Bezeichnung für die Hypothese, dass jedem bewussten Vorgang eine bestimmte Gehirnaktivität entspreche (Isomorphie).
 
 2) Rhetorik und Stilistik: gleichgerichtete Wortfolge in entsprechenden und benachbarten Wortgruppen oder Sätzen (Konzinnität). Bei tautologischem Parallelismus (synonymem Parallelismus) sagen die syntaktisch parallelen Satzglieder das gleiche aus; bei antithetischem Parallelismus wird Ungleiches gegenübergestellt. Der Parallelismus findet sich besonders häufig in der hebräischen Dichtung (Psalmen, z. B. 115, 5-6: »Sie haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht«). Eine große Rolle spielt der Parallelismus auch in der antiken Rhetorik, in den volkssprachlichen Dichtungen des Mittelalters, in der Literatur der Renaissance und des Barock sowie im Volkslied. - Im weiteren Sinn bildet der Parallelismus ein bedeutsames literarisches Kompositionselement durch die Wiederholung gleichrangiger Teile im Aufbau der Fabel eines literarischen Werkes. Typisch hierfür sind etwa das dreimalige Wiederholen von Wünschen, Aufgaben oder Begegnungen im Märchen oder die parallel strukturierten Abenteuer im Abenteuerroman.
 

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Pa|ral|le|lịs|mus, der; -, ...men: 1. Übereinstimmung, gleichartige Beschaffenheit, genaue Entsprechung: ein P. in der Entwicklung der beiden Völker. 2. (Sprachw., Stilk.) semantisch-syntaktisch gleichmäßiger Bau von Satzgliedern, Sätzen, Satzfolgen.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Parallelismus — (v. gr.), 1) Nebeneinanderstellung, Vergleichung; bes. 2) Zusammenstellung mehrer, einander gegenseitig erklärender Bücherstellen (Parallelstellen); 3) P. membrorum (P. der Glieder), die Eigenheit der orientalischen Völker, bes. der Hebräer, in… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Parallelismus — (griech.), eine Art der Übereinstimmung des Verschiedenen, die darin besteht, daß den Elementen oder Teilen des einen Elemente oder Teile des andern in gesetzmäßiger Weise entsprechen; in der Rhetorik und Poetik die Aneinanderreihung von… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Parallelismus — (grch.), das Verhältnis ähnlicher Dinge zueinander; psychophysischer P., die Lehre, daß psychische Vorgänge regelmäßig von physischen begleitet sind …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Parallelismus — Parallelismus,der:⇨Übereinstimmung(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Parallelismus — Als Parallelismus (v. gr. παραλληλισμος Nebeneinanderstellung ) bezeichnet man: in der Rhetorik die Wiederholung eines Satzes oder einer Phrase, siehe Parallelismus (Rhetorik) in der Biologie die unabhängige Entwicklung ähnlicher Merkmale bei… …   Deutsch Wikipedia

  • Parallelismus — ◆ Par|al|le|lịs|mus 〈m.; Gen.: , Pl.: lịs|men〉 1. Übereinstimmung (von Dingen, Vorgängen) 2. gleichmäßiger Bau (von Satzgliedern od. Sätzen) [Etym.: → parallel]   ◆ Die Buchstabenfolge par|al|l… kann auch pa|ral|l… getrennt werden …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Parallelismus — Pa|ral|le|lis|mus der; , ...men <zu ↑...ismus>: 1. [formale] Übereinstimmung verschiedener Dinge od. Vorgänge. 2. inhaltlich u. grammatisch gleichmäßiger Bau von Satzgliedern od. Sätzen (Sprachw., Stilk.); Ggs. ↑Chiasmus …   Das große Fremdwörterbuch

  • Parallelismus — Pa|r|al|le|lịs|mus, der; , ...men (Übereinstimmung verschiedener Dinge oder Vorgänge; Sprachwissenschaft inhaltlich und grammatisch gleichmäßiger Bau von Satzgliedern oder Sätzen) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Parallelismus (Rhetorik) — Der Parallelismus (gr. παραλληλισμος: Nebeneinanderstellung ) ist eine Stilfigur, die durch parallele Syntax entsteht, d.h. zwei (oder mehrere) aufeinander folgende gleiche Satzarten (Haupt , Neben , Fragesatz etc.) oder Teilsätze haben dieselbe… …   Deutsch Wikipedia

  • Parallelismus membrorum — Der Parallelismus (griechisch παραλληλισμος = die Nebeneinanderstellung) ist eine Stilfigur, die durch parallele Syntax entsteht, d.h. zwei (oder mehrere) aufeinander folgende gleiche Satzarten (Haupt , Neben , Fragesatz etc.) oder Teilsätze… …   Deutsch Wikipedia